Flaschen sicher verpacken und verschicken

Weinliebhaber aufgepasst, es ist wieder soweit: Die Weinlese ist in vollem Gange und schon bald finden die edlen Tropfen ihren Weg in die Vinotheken und Supermärkte. Und vor allem auch in den Versandhandel.

Doch nicht jede Verpackung eignet sich zum Verschicken dieser zerbrechlichen Waren.

Scherben bringen nicht immer Glück …

Denn wenn Ihre hochwertigen Weinflaschen beim Empfänger als Scherbenhaufen ankommen, sind weder Sie noch Ihr Kunde glücklich. Das kann allerdings passieren, wenn Sie die zerbrechlichen Güter in normalen Versandkartons verpacken und verschicken.

Passt der Karton nicht 100% zur Größe der Flasche, hat die zu viel Freiraum, kann während des Transports darin herumgeschleudert werden und so leicht kaputtgehen. Mehrere Flaschen in einem Karton stoßen dann gegeneinander. Und selbst mehrlagig um das Produkt gewickelte Luftpolsterfolie bietet dann oft keinen ausreichenden Schutz für die empfindliche Ware.

Die Lösung: Spezielle Flaschenkartons.

Was ist das Besondere an einem Flaschenkarton?

Flaschenkartons gibt es für einzelne aber auch für mehrere Flaschen innerhalb einer Verpackung.

Das Besondere daran „entfaltet“ sich erst im Inneren. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn im Karton befindet sich eine Falteinlage. Dadurch entsteht ein Gefache, das je nach Ausführung Platz für unterschiedlich viele Flaschen bietet.

Falteinlage Flaschenkarton
Das Gefache wird per Hand zusammengefaltet ...

Automatik-Flaschenkarton
... oder ist bereits im Automatikkarton integriert.

Die Falteinlage verringert den Freiraum der einzelnen Flaschen. Die können während des Transports nicht im Karton umherwandern. Außerdem stabilisieren die Trennwände den Karton, Stöße werden dadurch abgefedert.

Je nachdem, ob der Karton über die Längs- oder Schmalseite verschlossen wird, werden die Flaschen stehend oder liegend transportiert.

Mit Brief und Siegel: Zulassungen und Zertifikate für Flaschenkartons

Nicht alle Flaschenkartons sind zum Verschicken der zerbrechlichen Güter gleich gut geeignet. Nur bestimmte sind für den sicheren Versand zertifiziert (nach DIN oder ISO) und halten den Belastungen während des Transports nachweislich stand.

Geprüfter Flaschenkarton

Welche das sind, wurde von 1949 bis 1993 vom Posttechnischen Zentralamt (PTZ) geprüft und bescheinigt. Aus dieser Zeit stammt der Begriff der PTZ-zertifizierten Verpackung.

Ist eine Verpackung PTZ-geprüft bzw. -zugelassen, kann mit ihr ein bestimmtes Packgut als Sendung auf dem Postweg sicher transportiert werden.

Inzwischen wird die Prüfung und Zertifizierung von den Versanddienstleistern selbst durchgeführt. Geprüfte Kartons werden aber nach wie vor häufig als PTZ-zertifiziert bezeichnet, auch wenn zum Beispiel DHL, Hermes, ups und Co. die Verpackungen eigenständig prüfen.

(Zum Glossar-Beitrag "PTZ")

Was muss eine sichere Flaschen-Verpackung aushalten?

Die Versanddienstleister führen zur Zertifizierung der Flaschenkartons einige Tests unter realen Bedingungen durch, jeweils abhängig von Flaschenform, Inhalt und Füllmenge.

Es findet zum Beispiel ein Fallversuch statt. Dabei wird die Flaschenverpackung inkl. Inhalt aus einer bestimmten Höhe auf deren Ecken, Kanten und Seitenwände fallen gelassen. Sind die Flaschen im Inneren der Verpackung, so wie die Verpackung selbst unbeschädigt, gilt der Test als bestanden. Daraufhin wird noch die Stapelfestigkeit des Flaschenkartons überprüft: Die Verpackung muss auch standhalten, wenn mehrere Kartons bis zu einem festgelegten Gewicht übereinandergestapelt werden.

PTZ-Zulassung

Ob eine Verpackung für den postalischen Versand geprüft und zugelassen ist, erkennen Sie an der aufgedruckten Prüfnummer des jeweiligen Paketdienstleisters bzw. der prüfenden Institution.

Hinweis: Sollten Ihre Flaschen trotz zertifizierter Verpackung während des Transports beschädigt werden, wird vom jeweiligen Paketdienstleister der Wert des Pakets entsprechend der Transportversicherung zurückerstattet, ohne dass eine zusätzliche Versicherung abgeschlossen werden muss.

Fazit: Das sollten Sie beim Flaschenversand beachten

Wenn Sie sich für eine zugelassene Flaschenverpackung entschieden haben, sollten Sie folgende Punkte beachten, damit Sie im Schadensfall vom zuständigen Paketdienstleister Schadensersatz einfordern können:

  1. Der Karton muss richtig und vollständig aufgebaut sein.
  2. Nur Flaschen, die im Zusammenhang mit der jeweiligen Verpackung geprüft wurden, dürfen damit verschickt werden. (Erkundigen Sie sich beim zuständigen Paketdienstleister oder gerne direkt bei uns!)
  3. Der Karton muss sicher und korrekt verklebt sein.
  4. Leere Gefache (z.B. 5 Flaschen in einem 6-er Flaschenkarton) müssen entsprechend aufgefüllt werden (Packpapier, Füllmaterial etc.).
  5. Im Karton darf lediglich die erlaubte Anzahl an Flaschen verschickt werden, keine zusätzlichen Artikel.

Tipp: Nutzen Sie zusätzlich Warnetiketten oder Warnklebeband, um auf den zerbrechlichen Inhalt hinzuweisen.


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