Kleines Packband-Einmaleins

Kleben soll es. Das ist klar. Doch die Anforderungen an Packbänder sind weitaus vielfältiger. Und ebenso vielfältig ist die Auswahl an Packbändern mit unterschiedlichsten Eigenschaften.

Doch was bedeuten eigentlich all diese Fachbegriffe der Klebebandtechnik? So wirklich schlau wird man aus den Datenblättern der verschiedenen Packbänder oft nicht.

Wir haben deshalb die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale und Packband-Vokabeln für Sie in unserem kleinen Packband-Einmaleins zusammengefasst.

Der Aufbau eines Packbands …

…  ist vielschichtig – im wahrsten Sinne des Wortes.

Es besteht aus dem eigentlichen Klebstoff, einem Haftvermittler, dem Trägermaterial und einer Trennlackierung.

Aufbau Klebeband

Die Dicke eines Packbands wird in µm (Mikrometer) angegeben und bezeichnet die Gesamtstärke des Bandes ohne die Trennfolienschicht. Umso dicker ein Klebeband ist, desto stabiler ist es.

Ausschlaggebend für die Wahl des richtigen Packbands sind in der Regel hauptsächlich Kleber und Trägermaterial.

Unterschiedliche Trägermaterialien

Abhängig vom Trägermaterial weisen Klebebänder unterschiedliche Reißfestigkeiten und Reißdehnungen auf und eignen sich je nachdem für leichte (bis ca. 20 kg), mittelschwere (bis ca. 40 kg) oder schwere Kartons (ab ca. 40 kg).

Die Reißkraft gibt an, welche Belastungen ein Band aushält bevor es reißt, also die Zugkraft im Augenblick des Reißens. Sie bezieht sich auf die Breite des Klebebands und wird in Newton pro cm (N/cm) angegeben.

Um wie viel Prozent sich ein Band ausdehnt/verlängert, bevor es reißt wird mit der Reißdehnung angegeben.

Typ/Trägermaterial Reißkraft Reißdehnung Geeignet für Beispiel
PVC-Klebeband hoch hoch mittelschwere und schwere Kartons

PVC-Klebeband

PP-Klebeband mittel mittel leichte und mittelschwere Kartons

PP-Klebeband

Papierklebeband niedrig sehr gering leichte Kartons

Papierklebeband

Filamentband

sehr hoch

gering

sehr schwere Kartons, Gefahrgutkartons

Filamentband

PP- oder PVC-Band?

Die im Verpackungsbereich am häufigsten eingesetzten und bekanntesten Klebebänder sind die aus PP (Polypropylen) und PVC (Polyvinylchlorid). Auf den ersten Blick kann man die Packbänder meist nicht unterscheiden. Dafür gibt es aber einen Trick – den sogenannten „Kugelschreiber-Test“.

PVC-Klebebandtest
PVC-Klebeband
PP-Klebebandtest
PP-Klebeband
Einfach ein Stück Packband abrollen und das Ende zum Beispiel an einem Tisch festkleben und spannen.

Dann mit einem Kugelschreiber auf das gespannte Band einstechen.

Reißt das Band ein oder ganz ab, handelt es sich um eine PP-Ausführung.

Entsteht nur ein Loch, ist es Klebeband aus PVC.

Klebstoffe

Neben der Trägerfolie steht und fällt, oder besser klebt und hält, alles mit dem eigentlichen Kleber. Deshalb werfen wir nun einen Blick auf die Klebkraft und die wichtigsten Eigenschaften der drei unterschiedlichen Klebstoffe Acrylat, Naturkautschuk und Hotmelt.

Wie fest ein Packband hält, wird mittels Klebkraft angegeben

Dabei muss unterschieden werden zwischen der Soforthaftung (Adhäsion) und der Dauerhaftung (Kohäsion) eines Klebebands.

⇒ Die Soforthaftung beschreibt die Anfangshaftkraft, sobald zwei Stoffe – zum Beispiel Karton und Packband – miteinander in Kontakt treten. Erst nach einer kurzen Aushärtezeit entfaltet der Klebstoff seine vollständige und dauerhafte Klebkraft. Je schneller das passiert, desto höher ist die Soforthaftung des Klebebands. 

⇒ Die Dauerhaftung folgt auf die Adhäsion: Klebeband und Untergrund gehen eine feste Verbindung ein, die dann dauerhaft bestehen bleibt – die eigentliche (End-)Klebkraft.

Hinweis: Soforthaftung und Endklebkraft sind voneinander unabhängig. Ein Klebeband mit einer geringen Soforthaftung kann zum Beispiel eine hervorragende Endklebkraft haben.

So wird die (End-)Klebkraft gemessen

Das Packband - in der Regel ein 25 mm breiter Klebestreifen - wird auf polierten Stahl aufgeklebt und unter definierten Bedingungen (Geschwindigkeit, Winkel etc.) abgezogen. Je nachdem, wie viel Kraft (in Newton) aufgewendet werden muss, um diesen Klebestreifen vom Untergrund zu lösen, erfolgt die Einteilung in drei Gruppen:

  • Geringe Klebkraft: < 3,75 N/25 mm
  • Mittlere Klebkraft: ca. 3,75 bis 7,5 N/25 mm
  • Hohe Klebkraft: > 7,5 N/25 mm

Extra starke Packbänder können auch eine sehr hohe Klebkraft von ca. 15 N/25 mm aufweisen.

Laut oder leise?

Außerdem gibt es hinsichtlich des verwendeten Klebstoffs große Unterschiede in Sachen Abrollverhalten: Die einen fliegen nur so von der Rolle, die anderen lassen sich nur schwer abziehen.

Und wer schon einmal den ganzen Tag Kartons verklebt hat weiß, wie abends die Ohren klingeln können, wenn kein leise ablaufendes Packband verwendet wurde. Da kann es beim Abrollen schon mal ganz schön laut werden.

Die Klebstoff-Unterschiede auf einen Blick

Acrylat-Kleber Naturkautschuk-Kleber Hotmelt-Kleber
Vorteile
  • Sehr hohe Endklebkraft
  • Transparenter Klebstoff
  • Alterungsbeständig (vergilbt nicht)
  • Gute Temperaturbeständigkeit
  • Hohe UV-Beständigkeit
  • Unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Chemikalien
  • Leise abrollbare Ausführung möglich (Low-noise)
  • Sehr hohe Soforthaftung und Endklebkraft
  • In der Regel rückstandsfrei ablösbar
  • Leise abrollbar
  • Sehr leicht abrollbar
  • Umweltfreundlich (gibt wenig Dämpfe ab)
  • Gute Soforthaftung
  • Leicht abrollbar
  • Hohe Transparenz
  • Auch für raue Oberflächen geeignet
Nachteile
  • Geringe Anfangsklebkraft
  • Nicht rückstandsfrei lösbar
  • Teilweise laute Abrollgeräusche möglich
  • Geringe Temperaturspanne
  • Keine UV-Beständigkeit
  • Geringe Alterungsbeständigkeit
  • Empfindlich gegenüber Chemikalien
  • Geringe UV-Beständigkeit
  • Geringe Alterungsbeständigkeit
  • Kleber kann sich bei langer Lagerung gelb verfärben
  • Lautes Abrollgeräusch

Erst versuchen dann verkleben

TIPP: Da es sich vor allem bei den Gewichtsangaben um circa-Werte handelt, empfehlen wir unbedingt, das Klebeband der Wahl erst einmal auszuprobieren – unter realen Umständen und tatsächlichen äußeren Einflüssen.

Sie benötigen Hilfe bei der Wahl des richtigen Klebebands?

Wir beraten Sie jederzeit gerne.

Zum Kontaktformular


Passende Artikel zu diesem Beitrag