Wie kann ich meinen Karton bedrucken lassen?

Egal ob Transport- oder Produktverpackung, neben der Schutzfunktion übernehmen Verpackungen immer mehr die Rolle eines attraktiven Werbeträgers. Von der Farbauswahl, über mögliche Materialien bis hin zur Drucktechnik gilt es, vorab einige wichtige Fragen zu beantworten.

Welche das sind und welche Informationen wir von Ihnen für ein optimales Druckergebnis benötigen, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

1. Das Druckbild

Um Ihren Karton nach Ihren Vorstellungen bedrucken zu können, müssen wir diese Vorstellungen natürlich erst einmal kennen. Wenn es sich um Logos, Flächen oder Schriftzüge handelt, benötigen wir von Ihnen das gewünschte Druckbild – in Form einer vektorisierten PDF- oder EPS-Datei mit exakten Farbvorgaben. Von aufwändigeren Druckmotiven, die Elemente wie Fotos beinhalten, benötigen wir eine hochauflösende PDF-Datei.

Was heißt vektorisiert?

Vektorgrafiken bestehen anders als herkömmliche Rastergrafiken nicht aus vielen einzelnen Pixeln, sondern aus einer Bildbeschreibung in Form von Kreisen, Linien und Kurven. Ein gelber Kreis besteht zum Beispiel nicht aus vielen gelben Punkten, sondern aus der Information, wo sich der Mittelpunkt befindet, wie groß der Radius ist und welcher Gelbton verwendet werden soll. Dadurch kann die Grafik beliebig vergrößert werden, ohne dass die einzelnen Pixelpunkte sichtbar werden.

TransPack-Krumbach Logo
TransPack-Krumbach Logo im Original

TransPack-Krumbach Logo vektorisiert
TransPack-Krumbach Logo in vektorisierter Darstellung

TransPack-Krumbach Logo als Rastergrafik
TransPack-Krumbach Logo als vergrößerte Rastergrafik

Vektorgrafiken haben zum Beispiel die Datei-Formate .eps, .svg, .ai, oder auch .pdf – wenn diese vektorisiert erstellt wurde.

Wenn Ihnen keine vektorisierte Datei vorliegt, lassen sich einfache Grafiken mit Programmen wie Adobe Illustrator oder Photoshop mit wenigen Klicks in Vektorgrafiken umwandeln. Der Designer Ihrer Druckvorlage kann diesen Schritt einfach umsetzen.

Wichtig hierbei ist, dass die Ausgangsdatei hoch aufgelöst und scharf ist. Außerdem funktioniert die Vektorisierung nicht bei mehrfarbigen Bildern mit Farbverläufen und Schattierungen. Für solche Fotodrucke wird ein spezielles Druckverfahren angewendet. Mehr dazu unter lesen Sie unter Punkt 3 – Digitaldruck.

Wie gebe ich den genauen Farbton an?

Es genügt nicht, einfach zu sagen, ein Kreis soll gelb sein. Es ist wichtig, dass Sie den von Ihnen gewünschten Farbton exakt definieren können.

Und das funktioniert anhand genau festgelegter Farbmodelle, wie zum Beispiel CMYK, HKS oder Pantone.

Achtung: Für ein optimales Farbergebnis bei Ihren gedruckten Logos, Flächen und Schriften benötigen wir von Ihnen die genauen Pantone-Farbwerte.

Das CMYK-Farbmodell

CMYK steht für Cyan, Magenta, Yellow und Key (Türkis, Pink, Gelb und Schwarz):

Bild in Cyan
Cyan
Bild in Magenta
Magenta
Bild in Yellow
Yellow
Bild in Key
Key
Bild im CMYK-Farbmodell
CMYK

Dieses Farbmodell funktioniert nach dem Malkasten-Prinzip. Um beispielsweise die Farbe Grün zu erhalten, werden die Druckfarben Gelb und Blau auf einem weißen Untergrund gemischt.

Das Pantone bzw. HKS-Farbmodell

Pantone Farbwerte

HKS- und Pantone-Farbtöne sind hingegen bereits „vorgemischte" Sonderfarben und Farben, die sich im CMYK nicht mischen lassen. Jeder Farbton, zum Beispiel das Gelb im TransPack-Krumbach Logo, entspricht einem genau festgelegten Pantone-Wert. Beim Druck von Pantone-Farben wird also gewährleistet, dass immer exakt der gewünschte Farbton gedruckt wird, was vor allem beim Druck von Firmenlogos und Schriftzügen besonders wichtig ist.

Beim CMYK besteht die Gefahr, dass die Mischung der Farben von Druck zu Druck leicht abweicht.

2. Die Materialauswahl

Prinzipiell können alle Verpackungen aus Karton bzw. Papier – egal ob Voll- oder Wellpappe – bedruckt werden. Unterschiede gibt es jedoch hinsichtlich der Farbwirkung.

Beste Farbergebnisse erreichen Sie beim Druck auf helle und glatte Oberflächen. Besonders für mehrfarbige Drucke (Fotos, komplizierte Farbverläufe) oder Druckbilder mit weißen Flächen eignen sich deshalb weiße Kartonagen. Natürlich können auch braune Kartons problemlos bedruckt werden, die Farbwirkung ist dann jedoch eine andere - insbesondere beim CMYK-Druck.

Auch die Oberflächenbeschaffenheit des zu bedruckenden Materials spielt eine große Rolle: Auf rauen Oberflächen (Kartons mit hohem Altpapieranteil, z.B. Graupappe) ist die Deckkraft der Farbe geringer als auf glatten Oberflächen (hoher Frischfaseranteil, z.B. Kraftliner).

Karton weiß glatt
Weißer Karton mit glatter Oberfläche

Karton braun glatt
Brauner Karton mit glatter Oberfläche

Karton Graupappe rau
Graupappe mit rauer Oberfläche

3. Die Drucktechnik

Offsetdruckverfahren

Der Offsetdruck ist ein indirektes Flachdruckverfahren. Das bedeutet, dass die Druckplatte (Klischee) und das zu bedruckende Material gar nicht miteinander in Verbindung kommen. Die Farbe wird von der Druckplatte zuerst auf ein Gummituch übertragen und anschließend auf das Material, zum Beispiel auf Wellpappe.

Beim Flachdruck befinden sich zu druckende und nicht zu druckende Elemente auf einer Ebene.

Vorteile Nachteile
  • Ideal für große Auflagen
  • Hochwertige Druckqualität
  • Präzise Abdrücke, scharfe Ränder
  • Große Formate möglich
  • Einfache Farbverläufe sind teilweise möglich
  • Bei kleinen Auflagen unwirtschaftlich
  • Längere Einrichtungszeit
  • Keine komplizierten Farbverläufe möglich

Flexodruckverfahren

Der Flexodruck ist eine direktes Hochdruckverfahren. Im Gegensatz zum Flachdruck liegen die zu druckenden Flächen, die mit der Druckfarbe eingefärbt werden, höher als die nicht zu druckenden Flächen – ähnlich wie bei einem Stempel.

Außerdem erfolgt der Farbauftrag hier direkt auf das Gummituch (Klischee) und von dort direkt weiter auf das zu bedruckende Material.

Vorteile Nachteile
  • Schnellere Einrichtung als beim Offsetdruck
  • Geringe Stückkosten bei mittelgroßen Auflagen
  • Es sind Quetschränder möglich
  • Keine Farbverläufe möglich

Siebdruckverfahren

Der Siebdruck wird auch als „Schablonen-Druck“ bezeichnet. Dabei wird ein Sieb (z.B. aus Polyester, Stahl etc.) in einen Rahmen gespannt. Auf dieses Sieb wird eine Schablone aufgebracht. Die Druckfarbe wird dann mit einem Rakel/Wischer durch das Sieb auf das darunter befindliche, zu bedruckende Material gedrückt. Die Flächen außerhalb der Schablone werden bedruckt, die verdeckten Flächen bleiben unbedruckt. 

Vorteile Nachteile
  • Unterschiedlichste Materialien lassen damit bedrucken
  • Hohe Deckkraft und Farbintensität
  • Große Auflagen sind kostengünstig realisierbar
  • Druckformate von sehr klein bis sehr groß möglich
  • Hohe Einrichtungskosten bei mehrfarbigen Kleinauflagen
  • Aufwändiges Druckverfahren, lohnt sich erst bei höheren Stückzahlen
  • Keine Farbverläufe möglich

Digitaldruckverfahren

Beim Digitaldruck wird im Gegensatz zu den oben genannten Druckverfahren keine Druckform (Druckplatte, Gummituch, Sieb etc.) benötigt – das Druckbild wird vom Computer direkt auf den Drucker übertragen und von dort gedruckt.

Dadurch ist es möglich, mehrfarbige Bilder mit komplizierten Bildverläufen und Fotos farbtreu zu drucken.

Vorteile Nachteile
  • Besonders günstig bei Klein- und Kleinstauflagen
  • Höchste Farbtreue bei Fotodrucken
  • Schneller Wechsel zwischen verschiedenen Druckbildern möglich
  • Teilweise geringere Qualität (evtl. unscharfe Ränder)
  • Nicht wirtschaftlich bei großen Auflagen

Vielfältige Veredelungsmöglichkeiten

Veredelungsmöglichkeiten
Wenn Sie noch mehr aus Ihrer Verpackung machen wollen, stehen Ihnen unter anderem folgende Veredelungsmöglichkeiten zur Verfügung:
 
  • Lackierung (matt, glänzend, Duft- oder UV-Lack)
  • Folienkaschierung (matt, glänzend)
  • Prägung (hoch, tief)
  • Heißfolienprägung (glänzend, matt, farbig, metallisch)

 

Sie möchten Ihre Kunden mit einer individuell bedruckten Verpackung begeistern?

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