10 Fakten über Plastik: Wie schlimm sind Verpackungen aus Kunststoff wirklich?

Life in plastic – is it fantastic?

Ja, fand zumindest Barbie-Girl in dem ihr gewidmeten Chart-Hit der Band Aqua aus dem Jahr 1997.

Kein Wunder, die 90er waren schließlich das Jahrzehnt der Plastikschnuller-Ketten und schwindelerregend hoher Kunststoff-Plateauschuhe.

Seitdem hat sich vieles verändert. Vieles ist aber auch gleich geblieben. Zum Beispiel der nach wie vor vielfältige Einsatz von Kunststoffen – zwar nicht mehr unbedingt in Form von peinlichem Schnuller-Schmuck, dafür aber in Sachen Verpackungsmaterial.

Aber wie gefährlich sind Kunststoffverpackungen wirklich? Welche Auswirkungen hat das Material auf die Umwelt? Gibt es Alternativen? Und was können Sie als Versandhändler und auch privat für einen umweltgerechten Umgang mit dem allgegenwärtigen Plastikmüll tun?

Wir haben 10 interessante Fakten, Geschichten und Tipps im Umgang mit dem beliebten Verpackungsmaterial für Sie zusammengestellt. 

1. Kleine Geschichte des Plastiks

Billiardkugeln Hyatt

Es war einmal im Jahr 1868. Zu dieser Zeit war in den USA das Billardspielen ein beliebter Sport. Die Billardkugeln wurden damals zu einem Großteil aus Elfenbein hergestellt. Um den großen Bedarf an Billardkugeln zu decken, wurden jährlich bis zu 12.000 Elefanten getötet.

Ein Billardkugelhersteller wollte dem ein Ende setzen und startete ein Preisausschreiben: Wer einen gleichwertigen Ersatz für das benötigte Elfenbein fand, erhielt 10.000 US-Dollar.

Der Amerikaner John Wesley Hyatt entwickelte daraufhin ein Material auf der Basis von Kampfer und Cellulose – der halbsynthetische Kunststoff Celluloid war geboren. (Bildquelle: wikipedia.de)

1909 gelang dann auch die Herstellung des ersten vollsynthetischen Kunststoffs auf Basis von Phenol-Formaldehyd-Harzen – des Bakelits. Benannt nach dessen Entwickler, dem belgischen Chemiker Leo Hendrik Baekeland.

Der letzte wichtige Name im geschichtlichen Entstehungsprozess des Plastiks ist Hermann Staudinger. Er entdeckte 1922, dass organische Werkstoffe aus riesig langen Molekülen bestehen, den Makromolekülen.

Damit war der Grundstein für die vielen Weiterentwicklungen in den darauffolgenden Jahren gelegt.

2. Was sind die beliebtesten Versand- und Transport-Verpackungen aus Kunststoff?

Verpackungen aus Kunststoff

Wer an Verpackungsmaterial aus Kunststoff denkt, denkt wahrscheinlich zuerst an klassische Folien. Stretchfolie zur Ladungssicherung, Luftpolsterfolie als Polstermaterial sowie einfache Beutel, Seitenfaltensäcke oder Schrumpfhauben.

Zum sicheren Verpacken und Verschicken haben sich diese Produkte mittlerweile als unverzichtbar erwiesen.

Packband

Mindestens genauso unverzichtbar ist Packband. Und auch hier spielt in den meisten Fällen Kunststoff die tragende Rolle.

Im wahrsten Sinne des Wortes: Denn auch wenn Klebebänder aus Papier immer beliebter werden, so sind doch Packbänder mit Kunststoff-Trägerfolien aus PP oder PVC die nach wir vor am häufigsten verwendeten.

Umreifungsband und Dokumententaschen

Zum Sichern mehrerer Packstücke auf einer Palette, kommt oft PP- oder PET-Umreifungsband zum Einsatz.

Und damit die Ware letztlich beim richtigen Kunden ankommt und um zu verhindern, dass die notwendigen Begleitpapiere während des Versands beschädigt werden, werden diese in Dokumententaschen gepackt und außen am Paket befestigt.

3. Brauchen wir überhaupt Plastikverpackungen?

Abgepacktes Fleisch

Jein. Vor allem im Lebensmittelbereich kann auf das umstrittene Verpackungsmaterial heute kaum verzichtet werden:

Ein Stück Fleisch hält unverpackt 1-2 Tage bevor es schlecht wird. Dort liegt es nicht selten auch noch mehrere Tage. Mit einer guten Verpackung kein Problem. Und die besteht eben hauptsächlich aus Kunststoff.

Eine vergleichbare Verpackung aus Papier gibt es derzeit noch nicht.

Eine nachhaltige, plastikfreie Alternative wäre allerdings, das Fleisch direkt beim örtlichen Bio-Bauern zu kaufen.

4. Wie werden diese Verpackungen entsorgt?

Gelber Sack

Kunststoffverpackungen werden nicht einfach irgendwo abgeladen, sodass riesige Plastikmüllberge entstehen. Zumindest ist das in Deutschland und vielen anderen Ländern strikt verboten. Sie werden gesammelt und recycelt. Stichwort: Gelbe Tonne oder Gelber Sack.

Allerdings muss die Akzeptanz für Recyclingprodukte, die sich in Farbe und Haptik, nicht aber hinsichtlich ihrer Qualität von „neuen“ Produkten unterscheiden, in der Gesellschaft gesteigert werden.

Als Versandhändler können Sie dazu beitragen, indem Sie vermehrt auf Verpackungen aus recycelten Materialien zurückgreifen.

5. Verschwenden Kunststoffverpackungen unsere Ressourcen?

Erdölförderung

Zur Herstellung von Kunststoffverpackungen wird Erdöl verwendet. Erdöl ist ein nicht nachwachsender Rohstoff und sollte deshalb geschont werden, das sind die Fakten.

Fakt ist aber auch, dass nur etwa 1,5% des Ölverbrauchs den Verpackungen aus Kunststoff zuzuschreiben ist.

90% des Erdöls werden hingegen für Heizung, Energie und Verkehr verwendet.

Natürlich beginnt Umweltschutz im Kleinen und jedes 0,1% an Ölressourcen, die wir schützen können ist wertvoll.

6. Wie kommt der ganze Plastikmüll in die Meere?

Schildkröte gefangen in Plastikmüll

Jeder kennt sie, die Bilder von Babyrobben und Meeresschildkröten, verfangen und gefesselt in unterschiedlichstem Plastikmüll. (Bildquelle: wikipedia.de)

Der meiste Müll kommt dabei aus China. 1,3 bis 3,5 Millionen Tonnen Kunststoff landen von dort jedes Jahr im Pazifik.

Das bedeutet aber nicht, dass wir in Europa nichts dafürkönnen. Denn wir exportieren jede Menge Plastikmüll ins Ausland. Und China war zumindest bisher der weltgrößte Müll-Importeur. Seit Anfang 2018 lehnt China den Abfall-Import jedoch ab. Europa steht jetzt vor der Herausforderung, die fehlenden Lagerplätze und Recyclinganlagen zu schaffen.

7. Plastik in der Politik

Einwegebesteck
Im Verpackungsgesetz (VerpackG) ist definiert, welche Funktion eine Verpackung primär erfüllen soll: Sie muss das Produkt schützen, zu seiner optimalen Lagerung beitragen und einen effektiven Transport ermöglichen.
 
Auf viele Einwegprodukte aus Plastik, wie zum Beispiel Strohhalme, Einwegbesteck oder Deckel für Kaffeebecher, trifft das nicht zu.
 
In einem aktuellen Beschluss der EU-Kommission heißt es deshalb: Bis 2030 sollten Einmalgegenstände aus Plastik eliminiert werden.

8. Sind Kunststoffe gesundheitsschädlich?

Von „gesundheitsschädlich“ spricht man vor allem dann, wenn es sich um Kunststoffverpackungen für Lebensmittel handelt. Allerdings werden diese Verpackungen sorgfältig geprüft und nach erfolgreicher Prüfung als  „lebensmittelunbedenklich“ deklariert.

Abgepackte Gummibären

Umstritten ist allerdings der Einsatz von Weichmachern in Lebensmittelverpackungen. Die chemischen Substanzen können nachweislich auf die Lebensmittel und damit in den Körper übergehen und vor allem in größeren Mengen dort Schäden anrichten.

Vorschriftsmäßig hergestellte Plastikverpackungen dürfen daher eine bestimmte, geringe Menge an Weichmachern nicht überschreiten.

Wo nicht auf Verpackungen aus Kunststoff verzichtet werden kann, sollten Sie vor allem in Lebensmittelbereich daher unbedingt auf Lebensmittelunbedenklichkeit achten.

9. Gibt es wirklich nachhaltige Alternativen?

Die häufigsten Antworten auf diese Frage lauten Glas, Papier und immer häufiger auch Bio-Kunststoff. Aber alle Materialien haben sowohl Vor- als auch Nachteile.

Glas vs. Kunststoff

Glasflaschen

Glas und Plastik lassen sich gut anhand von Getränkeflaschen vergleichen. Glasflaschen sind stabiler und können bis zu 50 Mal neu befüllt werden. PET-Mehrwegflaschen nur circa 25 Mal. Aber: Die Plastikflasche wiegt weniger, was beim Transport weniger umweltbelastenden Kraftstoff verbraucht.

Allerdings gestaltet sich die Wiederverwertung der Glasflasche im Gegensatz zur PET-Flasche schwieriger: Glas schmilzt erst bei 1000° C und ist somit ein richtiger Energiefresser.

Papier vs. Kunststoff

Papier- und Kunststofftaschen

Papier ist das Recycling-Produkt schlechthin. Aber auch hier muss ein kritischer Blick auf die Herstellung und den Transport des Materials geworfen werden:

Papier wächst genauso wenig auf Bäumen wie Plastik. Wird aber daraus hergestellt. Und das ist das Problem: Die massive Abholzung bedroht unsere Wälder. Außerdem sind Verpackungen aus Papier oft schwerer und sperriger. Die Folge: höherer Kraftstoffverbrauch und häufigere Transporte.

Bio-Kunststoffe vs. herkömmliche Kunststoffe

Flo-Pak Bio 8 Verpackungschips

Bio-Kunststoffe werden immer beliebter, sind allerdings auch nicht die ideale Alternative zum herkömmlichen Kunststoff. Denn der Anbau der zur Herstellung benötigten Rohstoffe wie Mais, Kartoffeln oder Zuckerrohr kann sich negativ auf die Umwelt auswirken:

Zur Herstellung von Düngemitteln wird auch Erdöl verwendet, außerdem werden Wälder abgeholzt, um Platz für die Mais- und Zuckerrohrplantagen zu schaffen.

Verpackungen aus 100% Recycling-Material

Stopfpapier

Produkte aus 100% recyceltem Material können eine echte Alternative zum Kunststoff sein. Für leichtere Produkte eignet sich zum Beispiel Schrenzpapier anstelle von Luftpolsterfolie als Füll- und Polstermaterial.

Auch Recycling-Kunststoffe werden zwar im Verpackungsbereich immer häufiger verwendet, sind aber zum Beispiel für Lebensmittelverpackungen aus hygienischen Gründen kaum zugelassen.

10. Schädlichen Plastikmüll vermeiden: Tipps für einen verantwortungsvollen Umgang mit Kunststoff-Verpackungen

Unnötiges Plastik reduzieren

Richtige Verpackungsgröße

25 Lagen Luftpolsterfolie und dann noch einen Eimer Verpackungschips hinterher? Das muss nicht sein.

Setzen Sie Füll- und Polstermaterial aus Kunststoff mit Bedacht ein.

Vielleicht genügt ja auch ein kleinerer Karton mit weniger Füll-Bedarf?

Verpackungsmaterial so oft wie möglich wiederverwenden

Mehrweg-Verpackungen

Ein gutes Beispiel sind Abdeckhauben und –folien zum internen Gebrauch.

Wenn Sie beim Kauf auf eine gute Qualität achten, haben Sie und damit auch die Umwelt länger etwas davon.

Natürlich gilt das nur, solange die Schutzfunktion noch gewährleistet ist – vor allem im Versandbereich.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran

Ganz ohne Kunststoff-Verpackungen geht es (noch) nicht. Vor allem, wenn sonst die Qualität der Ware darunter leidet.

Sie als Versandhändler haben jedoch Mitverantwortung dafür, wie viel Plastik in Form von Stretchfolie, Verpackungschips oder Luftpolstern in Umlauf gebracht wird.

Reduzieren Sie den Einsatz auf das Notwendige oder greifen Sie auf Produkte aus 100% recyceltem Material zurück.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

Barbie würde das heute auch tun.


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